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Heiligabend – Am heiligen Abend (Vigilmesse)

Vorgeschriebene Lesungen

1. Lesung: Jes 62, 1–5
Antwortpsalm: Ps 89 (88), 4–5.16–17.27 u. 29
2. Lesung: Apg 13, 16–17.22–25
Ruf vor dem Evangelium: Vers aus Mt 1,18: Bald wird der Herr kommen, unser Retter und König, der Hirte seines Volkes. Halleluja.
Evangelium: Mt 1, 18–24

Zusammenhänge und theologische Bezüge

Die Vigilmesse (Vorabendmesse) dient als Brücke zwischen der adventlichen Erwartung und dem weihnachtlichen Fest. Die Liturgie hält noch am Violett fest, um die verbleibende Erwartungshaltung zu betonen, richtet den Blick aber schon direkt auf die Verheißung und die Geburt Jesu.

Die **1. Lesung (Jes 62, 1–5)** verspricht Jerusalem neues Heil und Herrlichkeit. Die Stadt wird nicht mehr „Verlassene“ genannt, sondern „Meine Freude“, weil der Herr sie lieb hat und das Land heiratet. Dies ist die frohe Botschaft der Erneuerung, die durch die Geburt des Messias eingelöst wird.

Das **Evangelium (Mt 1, 18–24)** wird hier in voller Länge oder in der Kurzform gelesen. Es ist die Geschichte von **Josefs Traum**, in dem er die Anweisung erhält, Maria zur Frau zu nehmen, da das Kind vom Heiligen Geist stammt und „Immanuel“ genannt werden soll. Im Gegensatz zur Christmette (Lukas-Evangelium mit Hirten) fokussiert die Vigilmesse auf die theologische Notwendigkeit der Geburt in der davidischen Linie und auf den gerechten Josef.

Die **2. Lesung (Apg 13, 16–17.22–25)** ist Teil der Predigt des Paulus in Antiochia. Sie schlägt den Bogen vom alttestamentlichen Heilsplan über die davidische Dynastie, aus der Jesus hervorgeht, bis hin zu Johannes dem Täufer, der Jesus ankündigt. Sie bekräftigt die Erfüllung der Verheißung in Jesus als Retter aus dem Geschlecht Davids.

Der **Antwortpsalm (Ps 89)** ist ein königlicher Psalm, der die ewige Treue Gottes zu David und seiner Nachkommenschaft besingt. Die Verheißung, dass der Nachfahre Davids „Mein Vater bist du“ sagen wird, unterstreicht die Messianität Jesu und dient als feierlicher Abschluss der adventlichen Prophetenlesungen.

Erläuterung des Antwortpsalms für den Kantorendienst (Ps 89/88)

Der Psalm 89 ist ein **Messias-Psalm**, der die **ewige Treue Gottes zum Bund mit David** preist. Der Tonus ist feierlich, ehrfurchtsvoll und von der Gewissheit der göttlichen Verheißung durchdrungen.

  • Wesen und Tonus: Der Tonus ist majestätisch und von tiefer Zuversicht getragen, auch wenn er manchmal klagende Untertöne hat (die hier in der Auswahl weggelassen werden). Der Kantor sollte die **Beständigkeit und die Macht Gottes** in Bezug auf seine Treue betonen. Die Melodie sollte würdevoll und weit ausladend sein, um die Größe der messianischen Verheißung auszudrücken.
  • Wesenskern: Gott hat David ewige Herrschaft zugesagt. Die Lesung zelebriert die Erwählung und den Bund, was unmittelbar auf Jesus als den wahren Sohn Davids hinführt.
  • Bezug zur Liturgie: Als letzter Psalm im liturgischen Jahr, der noch im Violett gesungen wird, fokussiert er die alttestamentliche Prophezeiung auf ihre unmittelbar bevorstehende Erfüllung. Er bereitet die Gemeinde auf den Wechsel der liturgischen Farben und die Freude der Geburt vor.

Quellenverzeichnis

Bibeltexte: Deutsche Einheitsübersetzung 2016 (verlinkt auf bibleserver.com)

Liturgie: Schott-Messbuch Online (Erzabtei Beuron): https://schott.erzabtei-beuron.de

Psalmen-Erläuterung: Inhaltsanalyse basierend auf exegetischen Kommentaren (u. a. www.bibelkommentare.de)

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