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Weihnachten – Am Morgen (Hirtenmesse)

Vorgeschriebene Lesungen

1. Lesung: Jes 62, 11–12
Antwortpsalm: Ps 97 (96), 1.6.11–12
2. Lesung: Tit 3, 4–7
Ruf vor dem Evangelium: Vers aus Lk 2,14: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade. Halleluja.
Evangelium: Lk 2, 15–20

Zusammenhänge und theologische Bezüge

Die Messe am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertags, oft als „Hirtenmesse“ bezeichnet, fokussiert auf die **unmittelbare Reaktion** auf die Botschaft der Heiligen Nacht: das Aufbrechen, das Sehen und das Weitergeben der Frohbotschaft durch die Hirten.

Die **1. Lesung (Jes 62, 11–12)** ist eine kurze, machtvolle Botschaft, die den Abschluss der Prophetie markiert. Sie verkündet lautstark: **„Siehe, dein Heil kommt!“** Jerusalem wird mit den Ehrentiteln „Heiliges Volk“ und „Die Erlöste“ geschmückt. Sie unterstreicht, dass das Heil Gottes, das angekündigt wurde, nun tatsächlich erschienen ist.

Das **Evangelium (Lk 2, 15–20)** schließt direkt an die Christmette an. Es beschreibt, wie die Hirten sofort zur Krippe eilen, um das angekündigte Kind zu sehen, und wie sie nach ihrer Begegnung das, was sie erlebt haben, überall weitererzählen. Der Fokus liegt auf der **Gläubigkeit und dem Gehorsam** der einfachen Hirten, die als erste Zeugen des Messias berufen werden.

Die **2. Lesung (Tit 3, 4–7)** bietet die theologische Erklärung für das Weihnachtsgeschehen. Gott hat uns nicht aufgrund unserer Werke, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit gerettet – durch die Waschung der Wiedergeburt und die Erneuerung im Heiligen Geist. Sie verbindet die Menschwerdung mit der Erlösung und dem ewigen Leben, die uns geschenkt werden.

Der **Antwortpsalm (Ps 97)** ist ein weiterer Hymnus auf Gott als König. Er jubelt über die Herrschaft des Herrn und die Gerechtigkeit seiner Entscheidungen. Er feiert die Helle, die für die Gerechten aufgeht, und ruft zur Freude und zum Dank auf. Er bildet den Jubelchor zur Erfahrung der Hirten.

Erläuterung des Antwortpsalms für den Kantorendienst (Ps 97/96)

Der Psalm 97 ist ein **jubelnder König-Psalm**, der die Herrschaft Gottes über die ganze Welt feiert. Der Tonus ist von reinem, strahlendem Licht und großer Festlichkeit geprägt.

  • Wesen und Tonus: Der Tonus ist hochfestlich und triumphal, jedoch mit einem sehr klaren, hellen Klang, der das aufstrahlende Licht Christi widerspiegelt. Der Kantor sollte die universale Herrschaft Gottes („die Erde freue sich“) sowie die Helligkeit und Freude („Licht erstrahlt den Gerechten“) betonen. Die Melodie soll dynamisch und zukunftsgerichtet sein.
  • Wesenskern: Die Lesung fordert zur Freude auf, weil der Herr König ist und seine gerechte Herrschaft die Finsternis der Welt vertreibt. Er dient als musikalische Bekräftigung des Segens und der frohen Botschaft, die die Hirten in die Welt tragen.
  • Bezug zur Liturgie: Er nimmt das staunende Zeugnis der Hirten im Evangelium auf und übersetzt es in ein kosmisches Loblied. Er bekräftigt, dass in dem Kind in der Krippe der Herrscher der ganzen Welt angekommen ist.

Quellenverzeichnis

Bibeltexte: Deutsche Einheitsübersetzung 2016 (verlinkt auf bibleserver.com)

Liturgie: Schott-Messbuch Online (Erzabtei Beuron): https://schott.erzabtei-beuron.de

Psalmen-Erläuterung: Inhaltsanalyse basierend auf exegetischen Kommentaren (u. a. www.bibelkommentare.de)

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